Tagebuch von Peter Christerer

Peter Alexander Christerer - Mein elektronisches Tagebuch

Ich schreibe was mich nervt. Ich schreibe was mich freut. Wer es liest, der liest es. Wer nicht, der nicht. So what?
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Die schönste Kunst, das schwierigste zu erlernen, ist die Kunst zu leben.

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Ein erstes Fazit: 6 Monate leben mit (ohne) Krebs.
KommentierenKommentare (0) lesen als MP3 hören? klick mich #271 2019-08-22
Bei aller Liebe zu den Psychologen Baker und Miller mit ihrem speziellen Pink. Bei wem auch immer das Gelassenheit und Verminderung von Aggressivität ausgelöst hat, bei mir hat es eher den gegenteiligen Effekt hervorgerufen. Deshalb habe ich jetzt meine eigene Farbcréation eingesetzt und nenne sie einfach Bääädas Lachsterrakotta, hahaha. Bei dem Pink hatte ich die Befürchtung Krebs im Sehnerv zu bekommen, womit ich auch schon beim Thema bin.

Im Januar erhielt ich die Diagnose Krebs, im Februar wurde mir ein Teil vom Dickdarm samt Krebszellen entfernt und im März war ich auf der wenig nützlichen Reha. Stimmt nicht, meine Ausflüge nach Frankfurt/Oder und Cottbus waren toll. Also seit etwas mehr als 6 Monaten lebe ich mit dem Wissen an einer, sehr häufig tödlich verlaufenden Krankheit erkrankt gewesen zu sein. Ob ich die Heilungschancen von 60:40% gemindert habe, weil ich die dringend angeratene Chemotherapie abgelehnt habe, wird niemand je beurteilen können. Es gibt einfach zu viele Varianten, ob mit oder ohne Chemo. Eine kürzlich durchgeführte große Hafenrundfahrt in meinen Innereien ergab lediglich keine Änderung an meiner blutigen Gastritis und ein neues mittel kritisches Problem mit der Leber, aber wenigstens wurden keine Metastasen gefunden.

Tja was soll ich sagen? "Er" ist omnipräsent. Ganz sicher gehöre ich nicht zu den Menschen, die verzweifelt danach suchen um an "ihn" denken zu müssen und auch meine Angst, dass er wiederkehrt, ist relativ gering. Wenn er mich besuchen kommt, werde ich sehen was ich unternehme. Dennoch entkomme ich ihm nicht. Bei vielen Alltagssituationen taucht er urplötzlich auf und ich denke bei jedem Bauchgrummeln, ob das jetzt mit ihm zusammenhängt. Die Zukunftsangst ist viel stärker geworden und das jetzt, wo ich es aufgrund meiner prekären finanziellen Situation gar nicht gebrauchen kann. Doch ich weiß, dass ich bestimmte Dinge finanziell frühestens ab August 2022 wieder stemmen kann und denke mir natürlich, lebe ich da noch oder hat "er" gewonnen? Auch der körperliche Zustand gibt mir zu denken, was ich nicht nachvollziehen kann. Mal sehen, wenn ich jetzt wieder mit Sport beginne, ob es dann besser wird. Natürlich hat sich der Stoffwechsel und die Verdauung verändert und dass so eine Operation auch wenn sie nur 3,5 Std. dauerte nicht spurlos vorüber geht ist schon klar, doch es erschreckt mich schon, wie schnell ich oft ermüde und wie kraftlos ich manchmal bin.

Nun vielleicht haben ja die Recht, die sagen dass der Mensch in seiner Gesamtheit betrachtet werden muss und wenn ein Teil fehlt, -selbst wenn es nur ein kleines Stückchen Dickdarm ist- alles davon in Mitleidenschaft gezogen wird. Aber es gibt auch Positives zu berichten. Ich bin deutlich ruhiger und gelassener geworden. Auch wenn ich mich immer noch über Schwedengören und unkonzentrierte Servicekräfte aufrege. Vieles lasse ich gar nicht mehr an mich heran, es interessiert mich einfach nicht mehr. Situationen, die mich früher zum Ausrasten gebracht hätten, veranlassen mich heute zum Schmunzeln und ich denke mir, konzentriere dich auf das für dich Wesentliche.

Was mir unglaublich gut tut und auch bei meiner psychischen Situation hilft, ist das Abnehmen, die "mission impossible". Es geht schon lange nicht mehr (obwohl ich ja erst vor 3 Wochen begonnen habe) darum, ein paar Kilo weg zu kriegen. Das Finden neuer Kreationen, das Zubereiten, selbst das -für MICH ein Horror- Platzieren auf dem Teller, schließlich sollen die Fotos am "mission impossible" blog wenigstens ein bisschen ansprechend sein, all das "fährt" mich runter und macht Spaß. Ich sehe die Lebensmittel, die ich verwende, ganz anders als vorher. Nicht nur, dass sie meinen Bauch füllen und das Hungergefühl vertreiben sollen. Das Essen der Speisen läuft viel bewusster ab, weil ich es anders wertschätze, denn nix is mit nochmal schnell zum Kühlschrank und was reinschieben. Dass die Erfolge nicht mehr so wie zu Beginn voranschreiten werden, das ist mir schon klar, ich mache das nicht zum ersten Mal. Aber zurzeit genieße ich es ziemlich, vielleicht ist ja nächsten Donnerstag beim Messen der Bauchumfang auch schon etwas weniger.

So jetzt geht's an den ersten Teller Rohkost für heute und ich bin schon gespannt, wie mein nächstes Fazit ausfallen wird. Sicher wird da auch meine Arbeitsplatzsituation reinspielen. Bis dahin müsste die erste Runde gelaufen sein.

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