Peter Alexander Christerer


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Ich schreibe was mich nervt. Ich schreibe was mich freut. Wer es liest, der liest es. Wer nicht, der nicht. So what?
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Ois Guade wünscht eich da Bäääda

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#332-04.07.2020 Ein Hoch auf Eugen Roth!
Das hätte ich aber auch nicht geglaubt, dass mir der gute alte Eugen Roth mit seinen meist humorvollen aber nichtsdestotrotz oft auch zutreffenden Versen, in einer zwischenmenschlichen Beziehung aber so was von helfen würde. Doch bevor ich das auf mich maßgeschneiderte Gedicht poste, zuerst noch eines, womit sich eigentlich jemand anderes angesprochen fühlen soll und auch ein enges Familienmitglied zumindest teilweise davon betroffen ist.

Für Wankelmütige
Ein Mensch, der alle Menschen plagt
Und sie um ihre Meinung fragt,
Was sie an seiner Stelle täten,
Steht nun bepackt mit guten Räten
Und ist mit weggeliehnem Ohr
Noch unentschlossner als zuvor.
Denn dies ist seines Unglücks Quelle,
Daß keiner ja an seiner Stelle,
Wo es um die Entscheidung geht,
Von jenen andern wirklich steht,
Nein, dass ein jeder nur die Gründe
Erwogen, falls er dorten stünde.
Der Mensch zieht draus den klaren Schluß,
Daß man sich selbst entscheiden muß.

Yooo, das trifft auf mich eher nicht zu. Und ich bin auch nicht wankelmütig, wenn es um die Entscheidung geht, meine netten süßen aber doch sehr freizügigen Damen als warm-up meines Alltags Blogs zu entfernen. Da zu meiner Beziehung auch ein außerordentlich liebes, sehr wohlerzogenes Mädchen von 10 Jahren gehört und diese sehr fit im Netz rumschwirrt, möchte ich nicht, dass sie evtl. mal meinen Blog inspiziert und dann geschockt von mir ist. Im Klartext, in den nächsten Tagen werde ich den Zufallsgenerator umprogrammieren und die sexy ladies in der Versenkung verschwinden lassen.
Leider muss ich feststellen, dass das Alter selbst vor mir nicht Halt macht und ich körperliche Anstrengungen früher viel lockerer wegsteckte. Hinzu kommt, dass ich weiterhin keine Motivation für Sport verspüre und deshalb die Kondition arg leidet, was sich auch am Bauchumfang, nicht so sehr an den Kilos, deutlich zeigt. Und das jetzt, wo eine deutliche jüngere Frau immer mehr in mein Leben eintritt.

Und genau um die lady geht es im zweiten Teil von Eugen Roth, bzw um eine sehr löbliche Eigenschaft von ihr: Geduld.
Während sie unter dem Namen Madame Patience bekannt ist, nennt mich jeder nur Mr. Impatience. Und da ich nach meiner Meinung in bestimmten Dingen schon zu lange geduldig war, sagt sie nur lächelnd zu allem "be patience, slowly, slowly", grrrr. Tja und dann las ich in einem Buch von Eugen Roth das folgende Gedicht:

Zur Warnung
Ein Mensch, zu kriegen einen Stempel,
Begibt sich zum Beamten-Tempel
Und stellt sich, vorerst noch mit kalter
Geduld, zum Volke an den Schalter.
Jedoch, wir wissen: Hoff- und Harren,
Das machte manchen schon zum Narren.
Sankt Bürokratius, der Heilige,
Verachtet nichts so sehr wie Eilige.
Der Mensch, bald närrisch-ungeduldig
Vergisst die Ehrfurcht, die er schuldig
Und, wähnend, dass er sich verteidigt,
Hat er Beamten-schon-beleidigt.
Er kriegt den Stempel erstens nicht,
Muss, zweitens, auf das Amtsgericht,
Muss trotz Entschuldigens und Bittens
Noch zehn Mark Strafe zahlen, drittens,
Muss viertens, diesmal ohne Zorn,
Sich nochmal anstelln, ganz von vorn,
Darf, fünftens, keine Spur von Hohn
Raushörn aus dem Beamten Ton
Und darf sich auch nicht wundern, sechstens,
Wenn er kriegt Scherereien, nächstens.
Geduld hat also keinen Sinn,
Wenn sie uns abreißt, mittendrin.

Besser kann man es nicht ausdrücken, ob Behörde oder Beziehung, manchmal ist das mit dem Kopf durch die Wand vielleicht nicht die beste Entscheidung. Und vieles löst sich mit etwas Geduld in Wohlgefallen auf. Ebenso lernte ich durch Roth auch noch einen guten Tipp kennen. Bei einem weiteren Gedicht geht es darum, dass jemand sehr grob wird, weil er keine Antwort auf einen Brief in angemessener Zeit erhalten hat. Nach längerer Wartezeit hat er einen zweiten sehr groben Brief geschrieben und auch abgeschickt. Kaum hatte er ihn abgeschickt hat er den Empfänger persönlich getroffen und es klärte sich auf, warum der erste Brief nicht beantwortet wurde. Das Gedicht endete so:
Schrieb noch manchen groben Brief im Leben -
Doch ohne ihn dann aufzugeben!

Genau dass werde ich jetzt auch umzusetzen versuchen, denn ob Brief oder WhatsApp, grob bleibt grob.


Ois Guade wünscht euch da Bäääda

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