Tagebuch von Peter Christerer

Peter Alexander Christerer


Video Mein Leben deutsch / english

Ich schreibe was mich nervt. Ich schreibe was mich freut. Wer es liest, der liest es. Wer nicht, der nicht. So what?
Stalker, Spione oder ähnliches Pack, bitte fernbleiben.
Ois Guade wünscht eich da Bäääda

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#340-28.09.2020 Selbst Kinder werden politisiert und instrumentalisiert, pfui Deibel!
Zuerst mein Lieblingsthema Corona, was denn auch sonst? Es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, bis ich explodiere und jemanden eins auf die Mütze gebe. Letztens hielt mich sogar jemand am Arm und meinte mir mitteilen zu müssen, dass ich die Maske mehr über die Nase ziehen müsste. Meine Antwort, dass er -wenn er nicht sofort meinen Arm loslässt- ganz schnell ein großes Pflaster auf seiner blutenden Nase benötigen wird, das hat er verstanden und verschwand blitzartig.
Ich habe es gestrichen voll, diese Drecks Scheinheiligen! Sie stimmen voll zu, dass Weihnachtsmärkte verboten werden, aber fliegen selbst in die Risikogebiete wie Prag oder Madrid, weil dort ist es jetzt ja so wunderschön ist und "wir haben ja kaum Kontakt zu Einheimischen", grrrr.
Sie hocken dicht an dicht beim Wirt, weil es das Mega-Riesen-Schnitzel für 3,95€ gibt, aber schwärzen den Nachbarn an, weil er eine Party mit 3 Personen mehr als erlaubt feiert. "Sozialkontrolle" nennt Herr Plasberg bei "hart aber fair" das. Ich nenne solche Menschen "widerliche Arschlöcher" und füge ein altes Zitat an: "Der größte Lump in diesem Land ist und bleibt der Denunziant!" Und ich könnte noch viele weitere Beispiele bringen. Warum können diese Trottel nicht einfach ihr Maul halt und ans Sterben denken?
Aktuelle Zahlen für die 4 Millionen Einwohner Stadt Berlin zu Corona: Neuinfektionen: 83; R-Wert: 0,89; Belegung Intensivbetten: 1,6%; Todesfälle insgesamt unverändert bei: 228;
Extrem beängstigend bei 4 Mio. Einwohner und geschätzten 500.000 Pendlern, speziell aus Osteuropa.

Gleich der nächste Aufreger zum Thema Moralisten und Superspinnern hinterher. Wie krank die amerikanische Gesellschaft (und nicht nur die!) ist, zeigt sich bei der Hexenjagd gegen einen soeben auf Netflix eingestellten Film der 35-jährigen französisch-senegalesischen Autorin und Regisseurin Maïmouna Doucouré. Cuties im Original Mignonnes, bedeutet beides "die Süßen". Es handelt sich um 4 11-jährige Mädchen die verzweifelt gegen das Gefangensein in ihrer patriarchisch geprägten engen Welt in einem "Migrantenviertel" von Paris über einen Tanzwettbewerb die "Freiheit" erlangen wollen.
Natürlich zeigen die Bilder genau das was derzeit in den Clubs beim Tanzen abläuft und das ist nun mal Sex auf der Tanzfläche mit Kleidung. Doch der Regisseurin (teils ihre eigenen Erlebnisse) gelingt es auf sehr einfühlsame und bewegende Weise zu zeigen, dass jede gezeigte Stellung und Pose ein verzweifelter Hilferuf der Mädchen ist. Logisch dass am Ende klar wird, dass dies nicht zum Ziel führt.

Bei einem Filmfestival in den USA bekam Maïmouna Doucouré, den Regiepreis. Der Film läuft seit August ohne Probleme und mit guten Kritiken in Frankreich. Seit kurzem auch in Deutschland.
Doch nun beginnt in den USA ein Kreuzzug gegen Netflix. Mittlerweile haben mehr als 1 Million Menschen eine PETITION unterzeichnet, um den Film zu stoppen. US-Senatoren fordern von Netflix, den Film nicht zu zeigen. "Cuties" wird vorgeworfen, dass er junge Mädchen ausbeute, weil er sie beim Tanzen in sexuell zwingenden Stellungen zeige und somit Kinderpornografie darstellt. Netzflix strahlte ihn trotzdem aus. Daraufhin schoss der Hashtag #CancelNetflix auf Top1 bei Twitter in den Staaten.
Ich finde soviel doppelte Moral schlichtweg zum Kotzen und bin überzeugt, dass der überwiegende Teil der Kritiker den Film gar nicht gesehen hat. Mir hat er übrigens nicht gefallen. Das hat aber nichts mit der Darstellung oder Erzählkunst zu tun, denn wie die diese Story gezeigt wurde war große Klasse.

Ach ja, so ganz nebenbei haben Mingle und ich noch Stettin besucht und können übereinstimmend sagen: Das lohnt sich nicht! Was solls, wenigstens war das Essen gut und ich weiß jetzt definitiv welche polnischen Würste ich künftig kaufen werde. Allerdings nicht in Stettin, sondern in einem Supermarkt in Küstrin oder Hohenwutzen.


Ois Guade wünscht euch da Bäääda

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