Tagebuch von Peter Christerer

Peter Alexander Christerer


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Ich schreibe was mich nervt. Ich schreibe was mich freut. Wer es liest, der liest es. Wer nicht, der nicht. So what?
Stalker, Spione oder ähnliches Pack, bitte fernbleiben.
Ois Guade wünscht eich da Bäääda

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#357 02.12.2020 S' Bankerl zur Straß
Die Überschrift ist in Anlehnung an "S' Fensterl zum Hof" gewählt. Eine urbayrische Fernsehserie von 1962-1964, die ich wohl erst später in der Wiederholung sah.
Die unvergessenen Elfi Pertramer und noch mehr Rosl Mayr zeigten bayrische Lebensart und G'schichterln aus der Hinterhof Perspektive. Das kam mir in den Sinn, als ich beim Flanieren durch Steglitz immerhin nach erst 15 Jahren tatsächlich einen Übergang über eine S-Bahn- und Autobahnbrücke entdeckt habe. Und als ich den dunklen Aufstieg vollendete, was sehe ich da? Riiiiichtig eine STABILE Holzbank, politisch korrekt, kräftig rot angestrichen.
Freilich gab ich meinem von Bewegung geschundenen Körper eine kurze Entspannungsphase und setzte mich hin. Dann strengte ich meine wenigen grauen Zellen im Oberstübchen an und wollte ergründen, was "a Bankerl" noch dazu ein -für Berlin außergewöhnlich- massives, da verloren hat. Der Ausblick auf die vielspurige Straße mit meist sehr aggressiven Blechkutschenlenkern besetzt, ist jetzt nicht unbedingt das, was einen einsamen Wanderer erfreut.
Möglicherweise soll es -ähnlich wie ein Blick auf die Ostsee- dem Ruhenden den Eindruck von unendlicher Weite und Größe der Weltstadt Bäääärlin vermitteln. So als Dementi, dass Berlin eine graue Metropole mit lauter Saubären drin sei. Vielleicht ist es aber auch nur ein Entgegenkommen für Drogensüchtige und Obdachlose -wie ein paar Hinterlassenschaften im "Tunnel" andeuten könnten-, damit sich diese von der feinen Schloßstraße mit ihren Shopping-Malls fernhalten.
Fragen über Fragen und keine Idee die ich als Erklärung akzeptiert hätte. Zudem zeigte sich entsetzlich deutlich, wie weit ich schon von dem bedeutenden Nachrichtendienst, für den ich etliche Jahre tätig war, entfernt bin. Ich konnte nicht einmal zweifelsfrei die Bedeutung aufdecken, was der Kaffeebecher links und die Rotkäppchen Sektflasche rechts hier veranstalteten. Für ein Techtelmechtel schien es mir zu abwegig. Kommunistischer Sekt mit kapitalistischen (Starbucks) Kaffee, das geht ja gar nicht. Oder etwa der Versuch eine Mauer aufzubauen. Nachdem der eine "Keiner hat die Absicht eine Mauer zu errichten" schon von den Würmern vertilgt wurde und der andere ja mit seiner Wiederwahl in den USA gescheitert ist, fehlt jegliche Unterstützung.
Gaaaanz sicher hätte ich noch eine hochgeschraubte Erklärung gefunden, die ebenso sicher in die Kanzlerunterrichtung eingeflossen wäre. Schließlich wäre dann endlich mal was von Bedeutung darin vorgekommen. Doch ich musste abbrechen, da mir mein zarter Allerwertester festzufrieren drohte, so scheißkalt war es. Also setzte ich meinen -mittlerweile geliebten- Spazier- und Spekuliergang fort und begab mich zu meinem neuen Lieblingssupermarkt, einem sehr großen Edeka.

Nicht unerwähnt darf Corona bleiben. Inzwischen habe ich die Vorteile für mich erkannt und ignoriere alles andere (zumindest die nächsten 10 Minuten). Sogar impfen werde ich mich lassen, denke ich werde bevorzugt behandelt. Warum impfen? Weil sich abzeichnet, dass man sonst -ganz demokratisch- an vielen Dingen -wie Flugreisen, Sportstudios etc- nicht mehr teilnehmen darf und das schmälert meine Lebensqualität.

Für alle die auch meinen Gewichtsblog besuchen. Ich konnte einfach nicht widerstehen und musste eine größere Aktion an der Börse tätigen. Jetzt bleibt kein Geld mehr für die Maschinenkäufe, wie heute im Gewichtsblog angekündigt. Doch wenn die Investition hinhaut, sollte nach Weihnachten eine Luxusversion meiner Wurstfabrikation möglich sein. Apropos Weihnachten: Ganz so ohne Empathie bin ich gar nicht. Ich hätte auch in einen lukrativen Wasser ETC einsteigen können, doch das wäre zu grausam in der stillen Zeit. Verdursten tun die Menschen auch noch nächstes Jahr und da kann ich -falls ich noch im diesseits bin- dann immer noch zuschlagen.


Ois Guade wünscht euch da Bäääda

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